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Chat mit Google Gemini über AI Slop und veränderte Algorythmen für die Google SERPs

von | Mai 30, 2026 | Hypothesen, KI Quellen | 0 Kommentare

AI gibt mir viel zu denken. Eine Frage habe ich jetzt mal Gemini gestellt. Wenn jemand was über Google weiß, dann ja wohl sie, oder?

Meine Frage an Gemini: Einerseits trägt Google Gemini zum AI Slop bei, andererseits passt Google die Algorythmen für die SERPS an, um AI Slop draußen zu halten. WIe passt das zusammen? Diskutiere kritisch

Geminis Antwort:

Das ist das wohl größte und offensichtlichste Paradoxon der aktuellen Tech-Welt. Einerseits überschwemmt Google mit Modellen wie Gemini und Features wie den AI Overviews das Netz mit synthetischen Inhalten (oft als „AI Slop“ kritisiert). Andererseits zwingt Google Webseitenbetreiber über rigorose Core Updates dazu, genau diesen seichten Content zu unterbinden.

Wie passt das zusammen? Die Antwort liegt in einer Mischung aus wirtschaftlicher Panik, Plattform-Monopolisierung und einer zweigleisigen Algorithmus-Strategie.

Das Doppelspiel: Googles zwei Gesichter

Um das Paradoxon zu verstehen, muss man Google nicht als ein einzelnes, harmonisches System sehen, sondern als einen Konzern mit zwei widersprüchlichen Zielen:

               ┌──────────────────────────────┐
               │         GOOGLE INC.          │
               └──────────────┬───────────────┘
                              │
       ┌──────────────────────┴──────────────────────┐
       ▼                                             ▼
【 Gemini & AI Overviews 】                    【 SERP & Core Updates 】
Flutung des Webs mit KI-Inhalten.            Bestrafung von KI-Massen-Content.
Ziel: Daten-Souveränität & Klicks            Ziel: Sauberkeit der Suchergebnisse,
auf der eigenen Plattform halten.             Verhinderung von Spam-Kollaps.

1. Das Gesicht der KI-Produktion (Der „Slop“-Erzeuger)

Google steht unter massivem Druck durch Microsoft (Copilot) und OpenAI (ChatGPT/SearchGPT). Die Antwort darauf sind AI Overviews direkt über den organischen Suchergebnissen.

  • Das Problem: Diese KI-Zusammenfassungen basieren oft auf dem Prinzip des „Plagiats durch Paraphrasierung“. Sie saugen das Wissen von menschlichen Publishern ab, spucken es als KI-Text aus und senken die Klickzahlen für die eigentlichen Urheber dramatisch.

  • Gleichzeitig befeuert Google über Gemini im Workspace die unregulierte Massenproduktion von E-Mails, Blogposts und Texten, die das Web als „Slop“ (minderwertiger Einheitsbrei) überfluten.

2. Das Gesicht des algorithmischen Türstehers (Die Spam-Polizei)

Gleichzeitig rollt Google seit 2024 kontinuierlich massive Core Updates und verschärfte Spam-Richtlinien (wie das Scaled Content Abuse Abkommen) aus. Diese Algorithmen haben die Aufgabe, seichte, rein für Suchmaschinen optimierte KI-Texte aus den Suchergebnissen (SERPs) zu tilgen. Tausende KI-Nischenseiten verloren über Nacht 100 % ihrer Sichtbarkeit.

Wie Google diesen Widerspruch intern auflöst

Kritisch betrachtet ist das für Google kein Widerspruch, sondern eine eiskalte Geschäftsstrategie, die auf drei Säulen ruht:

Säule 1: „Quod licet Iovi, non licet bovi“ (Was dem Jupiter erlaubt ist…)

Google wendet hier doppelte Standards an. KI-Inhalte auf fremden Webseiten werden mit dem Helpful Content System streng geprüft. Google verlangt das sogenannte E-E-A-T-Prinzip (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness).

Da ein roher KI-Text per Definition keine „echte menschliche Erfahrung“ (Experience) haben kann, fliegen fremde KI-Seiten aus dem Index. Google selbst beansprucht für seine eigenen KI-Zusammenfassungen (AI Overviews) jedoch Narrenfreiheit – obwohl diese nachweislich auch Fehlinformationen (Halluzinationen) verbreiten.

Säule 2: Die Schließung des Ökosystems (Zero-Click-Searches)

Indem das Web mit KI-Slop überschwemmt wird, entwertet Google paradoxerweise das klassische „Surfen“. Wenn das freie Web unbrauchbar oder unzuverlässig wird, bleiben Nutzer auf der Google-Oberfläche und konsumieren die dortigen KI-Antworten. Das Ziel ist die Zero-Click-Search: Der Nutzer findet die Antwort direkt bei Google, klickt keine externe Website mehr an, und Google behält die volle Werbe-Monetarisierung.

Säule 3: Die Definition von Qualität verschiebt sich

Google betont offiziell, dass es KI-Inhalte nicht pauschal bestraft. Entscheidend ist der Nutzen.

  • Was fliegt raus? Synthetischer Massen-Content, der nur existierende Blogbeiträge umschreibt, um Werbebanner zu schalten („Information Gain“ gegen Null).

  • Was bleibt? Inhalte, die echte, exklusive Primärdaten, eigene Fotos, Interviews oder tiefgehende menschliche Fachkompetenz bieten.

Google nutzt seine Algorithmen also als Filter, um den Müll, den seine eigenen und konkurrierende KI-Technologien kostengünstig ermöglichen, vom wertvollen „Trainingsmaterial“ (menschlicher Content) zu trennen.

Fazit: Das tragische Dilemma der Creator

Das System ist in sich zynisch: Google benötigt das freie, von Menschen geschriebene Web, um Gemini überhaupt mit hochwertigen Daten füttern zu können. Gleichzeitig entzieht Google diesen Creatoren durch die eigenen AI Overviews die wirtschaftliche Grundlage (Traffic und Werbeeinnahmen).

Die Algorithmus-Anpassungen sind somit kein Akt der Nächstenliebe für ein sauberes Internet, sondern ein Dammbau gegen die Flut, die man selbst mit ausgelöst hat, um die eigene Monopolstellung als exklusiver Torwächter des Wissens zu sichern.

Und mein Fazit? Genau deswegen gibt es dieses Projekt. Meine persönlichen Warhnehmungen sind so widersprüchlich, dass sich mein Hirn daran aufreibt.

 

Über die Autorin

Silke Hupka, MA Ist die Leiterin des Instituts für digitalen Unsinn. Als Magistra der Erziehungswissenschaften und Psychologie weiß sie genau, wie man widerspenstige Systeme erzieht und warum Menschen im Netz jeden Unfug glauben. Als gelernte Datenverarbeitungskauffrau durchschaut sie zudem den digitalen Maschinenraum hinter den Kulissen. Sie entwickelt die absurden Konzepte des Instituts und führt das finale, gnadenlose Lektorat über die Textentwürfe der KI – damit der Unsinn auch Hand und Fuß hat.

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