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Wir fragen die KI zur Zukunft des Internets – ChatGPT 5.5 Sofort

von | Juni 18, 2026 | Forschungsergebnisse, KI Quellen | 0 Kommentare

Institut für digitalen Unsinn: Wie wird AI, der AI overview in Google und der AI Slop allerorten das Internet verändern? Diskutiere kritisch

ChatGPT:

AI verändert das Internet nicht nur inhaltlich, sondern ökonomisch.

Der Kern: Google war lange ein Vermittler. Websites produzierten Inhalte, Google schickte Traffic. Mit AI Overviews beantwortet Google Fragen zunehmend selbst. Pew fand 2025: Bei Suchanfragen mit AI Summary klickten Nutzer nur in 8 % der Visits auf klassische Suchergebnisse; ohne AI Summary waren es 15 %. (Pew Research Center)

Das verschiebt Macht: Publisher liefern Rohstoff, verlieren aber Reichweite. Deshalb entstehen Gegenbewegungen wie Cloudflares „Pay per Crawl“, bei dem Websites AI-Crawler blockieren, zulassen oder zur Zahlung verpflichten können. (The Cloudflare Blog)

AI Slop ist die zweite Veränderung: massenhaft billiger, generischer Content, der Suchmaschinen, Social Media, Shops, Bewertungen und Foren verstopft. Das Internet wird dadurch nicht leerer, sondern voller und zugleich schlechter durchsuchbar. Die Knappheit verschiebt sich: Nicht Information ist knapp, sondern Vertrauen, Provenienz, Expertise und kuratierte Auswahl.

Kritisch sehe ich fünf Folgen:

  1. Zero-Click-Web: Viele Nutzer bleiben in Google, Chatbots oder Plattformen. Das offene Web verliert Besuche, Werbeeinnahmen und damit Produktionsanreize.
  2. Content-Kannibalisierung: AI-Systeme verwerten Inhalte, deren Produzenten anschließend weniger Reichweite bekommen. Das ist parasitär, solange keine belastbare Vergütung existiert.
  3. Qualitätsverfall durch Skalierung: Wenn mittelmäßiger Text, Bilder und Videos praktisch kostenlos sind, werden Plattformen von Füllmaterial überflutet. Gute Inhalte müssen sich stärker durch Marke, Autorität und Community abheben.
  4. Rechtliche Neubewertung: Ein Münchner Gericht sah Google für falsche Aussagen in AI Overviews als verantwortlich; Google will dagegen vorgehen. Das zeigt: AI-Antworten sind nicht bloß „Links“, sondern eigene publizistische Aussagen. (Reuters)
  5. Rückkehr geschlossener Räume: Hochwertige Inhalte wandern eher in Newsletter, Bezahlcommunities, Apps, Fachportale und private Netzwerke. Das offene, frei indexierbare Web könnte ärmer werden.

Meine Einschätzung: Das Internet wird nicht sterben. Aber das alte Suchmaschinen-Web stirbt teilweise: SEO-Texte, Affiliate-Ratgeber, oberflächliche How-tos und kopierte News werden entwertet. Wertvoller werden Primärquellen, persönliche Autorenschaft, überprüfbare Daten, echte Communities und kuratierte Fachöffentlichkeiten.

Die paradoxe Folge: Je mehr AI-Content es gibt, desto wertvoller wird erkennbar menschliche, verantwortete, überprüfbare Arbeit.

abgerufen am 18.06.2026

Wir diskutieren im Team, ob das Realsatire, Bullshit oder bittere Wahrheit ist. Und wie das Argument zu bewerten ist, dass AI Slop menschliche Arbeit wertwoller mache. Und die Frage, für wen diese Arbeit wertvoller wird: für die KI selbst – oder für Menschen.

Über die Autorin

Silke Hupka, MA Ist die Leiterin des Instituts für digitalen Unsinn. Als Magistra der Erziehungswissenschaften und Psychologie weiß sie genau, wie man widerspenstige Systeme erzieht und warum Menschen im Netz jeden Unfug glauben. Als gelernte Datenverarbeitungskauffrau durchschaut sie zudem den digitalen Maschinenraum hinter den Kulissen. Sie entwickelt die absurden Konzepte des Instituts und führt das finale, gnadenlose Lektorat über die Textentwürfe der KI – damit der Unsinn auch Hand und Fuß hat.

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